Mercedes – Rückrufliste füllt sich

München, 14.11.2019; Mercedes-Chef Ola Källenius hat mit dem neuen Amt auch ein ordentliches Päckchen mit auf den Weg bekommen. Die rechtliche Aufarbeitung der Thermofenster nimmt langsam an Fahrt auf und wird auch für BMW und Mercedes gefährlich. Zudem scheint die Taktik von Amtsvorgänger Zetsche, der beim Thema Abschalteinrichtungen auf Konfrontation mit dem Kraftfahrtbundesamt setzte, nicht aufzugehen. 

Mussten schon im Herbst 2018 43 Modelle und Modellreihen in die Werkstätten zurück, so weitet sich die Liste jetzt kontinuierlich aus. Erstmals hat es mit den Sprintern und Fahrzeugen der GLK-Klasse auch Motoren der Schadstoffklasse Euro 5 erwischt. Mittlerweile zieht sich die Reihe der betroffenen Fahrzeuge durch alle Klassen und zurück bis zu den ersten Euro 5-Dieseln. Man kann durchaus davon sprechen, dass die Situation langsam bedrohlich wird.

Hinzu kommen schlechte Wirtschaftsnachrichten. Wie lange man Fahrzeug mit Verbrennungsmotor noch verkaufen kann, steht in den Sternen. Gerade die aufstrebenden Märkte in Asien dürften hier bald sehr problematisch werden, wirken sich doch in den überfüllten Städten die Probleme dieser Spezies besonders gravierend aus. Hier wird man es auch nicht gerne sehen, wenn bei den Schadstoffemissionen, und sei es nur in der Vergangenheit, getrickst wird.

Und dann bleibt dann noch das Autokartell, dessen konsequente Weiterverfolgung momentan im Zuge des Neustarts der EU-Kommission etwas ins Stocken gekommen ist. Auch hier kann sich der Daimler-Konzern, von dem bekanntlich die Selbstanzeige stammt, die das Verfahren befördert hat, keineswegs in Sicherheit wiegen.

Wir bleiben für Sie am Ball. Erste Urteile konnten wir schon für unsere Mandanten erstreiten.