Mercedes Benz: Auf schleichenden Pfaden zum Dieselbetrüger

Recherchen des Kraftfahrtbundesamts decken zahlreiche unzulässige Manipulationen auf

München, 26.06.2019; Bislang galt ja, dass der offensichtliche Betrug im Zusammenhang mit Dieselfahrzeugen die Domäne von VW und dessen Tochterfirmen waren.Bei den Produkten des Daimler-Konzerns sah man eher „lässliche“ Manipulationen wie die sogenannten „Thermofenster", also eine unzulässige Reduktion der Wirksamkeit des Emissionskontrollsystems bei bestimmten Außentemperaturen.Das wäre an sich schlimm genug, wird aber von den Gerichten derzeit noch unterschiedlich beurteilt. Von glatten Verurteilungen des Konzerns bis zur ebenso glatten Klageabweisungen Ist hier alles drin. Nur bei direkten Manipulationen, die zwischenzeitlich in Stuttgart zu regelmäßigen Verurteilungen führen, herrschte bislang Fehlanzeige.

Derzeit ändert sich das Bild. Immer wieder ploppen jetzt Nachrichten auf, dass Fahrzeuge des Daimler-Konzerns von unzulässiger Manipulationssoftware betroffen sind. Dies reicht von Fahrzeugen der C-Klasse über die V Klasse inklusive Sprinter und Vito bis hin zu den großen SUV der GL-und G-Klasse.Selbst die noblen S-Klasse-hybriden sind dabei.Gemeinsam war bislang allen betroffenen Fahrzeugen, dass es sich um solche der Schadstoffeinstufung Euro 6 handelte. Auch da kommen schon stattliche 43 Modelle und Modellreihen zusammen.

Nunmehr hat es also GLK-Fahrzeuge der Schadstoffklasse Euro 5 erwischt, zunächst steht der GLK 220 CDI ab Produktionsjahr 2012 im Feuer. Dass es ausschließlich bei diesem Modell bleibt, kann praktisch ausgeschlossen werden. Maßgeblich ist der jeweilige Softwarestand, den das KBA untersucht hat. Hier gibt es anders als wohl bei VW unzählige auch modell- und motorisierungsspezifische Varianten. Dass etwa die Vorgänger deshalb ohne Manipulationen auskommen hätten können, kann aus unserer Sicht ausgeschlossen werden. Es fehlt auch nicht der Hinweis des Kraftfahrtbundesamtes, dass „weitere Modelle untersucht“ würden. Das kann nur bedeuten, dass die Liste keineswegs abschließend ist.

Für Mercedes und Mercedesfahrer  sind dies keine guten Nachrichten. Auf schleichenden Sohlen ist der vermeintliche Saubermann zum Großbetrüger avanciert, auch wenn natürlich gegen jeden einzelnen Bescheid des Kraftfahrt Bundesamts Rechtsmittel eingelegt wird und man sich auf die Unschuldsvermutung beruft. Man darf nicht vergessen: Daimler ist einer der wesentlichen Akteure des sog. "Autokartells", Von dem Konzern stammt nicht zuletzt die Selbstanzeige, zwischenzeitlich die europäische Kommission auf den Plan gerufen hat. Hier drohen möglicherweise noch mehr schlechte Nachrichten.

Für Diesel-Kunden kann dies nur heißen, jetzt ihre Rechte zu prüfen.Die Chancen, sich gegen den Konzern durchzusetzen und den erlittenen Schaden zu kompensieren, werden gleichsam stündlich besser.Gerne nutzen sie dazu unser Portal. Wir freuen uns, Sie im Detail informieren und kompetent vertreten zu dürfen.