Audi – betrogen und gelogen

Im Vorfeld der Anklageerhebung wird deutlich – Audi Bosse haben die Aufklärung des Dieselskandals lange Zeit hintertrieben

München, 08.07.2019; Noch 2018 war es ohne weiteres möglich, einen Neuwagen von Audi mit verbotener Manipulationssoftware zu erhalten.Die Verantwortung dafür trägt unter anderem Ex-Chef Rupert Stadler.Betroffen sind  6-und 8-Zylindermotoren, die auch – inklusive Schwindelsoftware –bei der Konzernschwester Porsche eingesetzt worden sind..Audi soll schon seit 2003 mit unsauberen Abgaswerten gearbeitet  und dabei Defeat-Devices eingesetzt haben.Dies ist Gegenstand einer umfangreichen Untersuchungen und Dokumentation, unter anderem durch den bayerischen Rundfunk.

Als der Abgasskandal dann 2015 aufflog,versuchte man so lange möglich die Aufklärung zu behindern. Obwohl der Gedanke, Software zur Erkennung von Rückständen einzusetzen, wohl bei Audi entstanden ist, versteckte man sich, solange es ging, hinter der Konzernmutter. Mit der Motor EA189, der vom Abgasskandal unmittelbar betroffen war, habe man schließlich nichts zu tun. Schließlich wurde man zwar zur Aufklärung im eigenen Haus verpflichtet, Richtig ernst nahm man diese Verpflichtung allerdings trotzdem nicht. Es war nicht zuletzt der Versuch von Rupert Stadler, Einfluss auf mögliche Aufklärer zu nehmen und die Kündigung eines unliebsamen Zeugen voranzutreiben, die in letztlich in Untersuchungshaft brachte.

Recherchen unter anderem des Bayerischen Rundfunks legen nahe, dass sämtliche Diesel ab der Abgasnorm Euro 4 entsprechende Tests nur mithilfe von Software erfolgreich absolvieren konnten. Betroffen sind insbesondere auch die Fahrzeuge der Abgasstufe Euro 5 und natürlich diejenigen, die die Euro 6-Norm erfüllen sollen. Dazu gehören auch die entsprechend motorisierten Fahrzeuge der Firma Porsche. Hier sind alle Modellreihen, bei denen Dieselmotoren zum Einsatz kamen, betroffen.

Nach Erkenntnissen des Bayerischen Rundfunks wiesen alle diese Fahrzeuge bis zu 5 unterschiedliche Abschalteinrichtungen auf, nur die sogenannte „Warm-up-Funktion“ wurde allerdings offiziell durch das KBA gerügt.Dabei wurde ein sogenannter „Aufwärmmodus" programmiert, der unabhängig von der tatsächlichen Motortemperatur solange aktiv war, solange keine Lenkbewegung erfolgt ist und solange das Fahrzeug nicht in der Vertikale aus der Nulllinie bewegt wurde. In diesem Modus sorgte eine entsprechende Getriebesteuerung dafür, dass höhere Gänge eingelegt wurden. Außerdem wurde die Abgasreinigung im Vergleich zum Normalmodus, dem sogenannten „dynamischen Schalterprogramm“ entsprechend erhöht.

Es gibt natürlich noch eine Reihe weiterer Manipulationen. So soll es so gewesen sein, dass wenn das Fahrzeug nur etwa 50 m bewegt wurde, ebenfalls ein Prüfstandtest angenommen wurde. Der Fantasie waren offensichtlich keine Grenzen gesetzt. Der Aufklärung schon. Erst nach dem erzwungenen Abgang von Rupert Stadler soll hier eine gewisse Ernsthaftigkeit an den Tag gelegt worden sein. Vor diesem Hintergrund sollte man durchaus prüfen, ob man einem derartigen Unternehmen weiterhin Vertrauen entgegen bringen sollte. Wenn Sie dies in der Vergangenheit getan haben und dabei geschädigt wurden, stehen wir Ihnen gerne zur Seite.